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Tobias Heimhalt auf Wasserrad-Tour

Reise

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Tobias Heimhalt auf Wasserrad-Tour

Diesmal tritt der gebürtige Oldesloer mit seiner brasilianischen Freundin in die Pedale.

 

Bad Oldesloe - Vielleicht erreicht Tobias Heimhalt ja jetzt sein Ziel: Neuseeland. Seit März 2010 reist der gebürtige Bad Oldesloer - mit kleinen Unterbrechungen - per Rad durch die Weltgeschichte, um in das Land der Kiwis zu gelangen. Und das auch noch für einen guten Zweck, nämlich für sauberes Trinkwasser in Entwicklungsländern. Deshalb heißt seine Tour auch „Wasserrad 2010“, und ist damit ein Projekt des Vereins Viva con Agua de Sankt Pauli. Über 3000 Euro hat Heimhalt auf seinen fast 20 000 Kilometern bereits erradelt - wer will, spendet pro gefahrenen Kilometer ein paar Cents oder Euros. Sogar ein Projekt, das von Viva con Agua unterstützt wird, hat der 23-jährige Weltenbummler besucht - in Kanat Toch in Kambodscha.

STO_TOBIAS_HEIMHALT_Kambod_300x192Heimhalt in Kambodscha.

Job bei Globetrotter

„Es war cool zu sehen, wo das Geld hinfließt“, erklärt Heimhalt. Leider hat der Weltenbummler es nicht geschafft, das Projekt in Tadschikistan zu besuchen. Das Land hat er durchquert, aber das Projekt „lag einfach nicht auf dem Weg“, erinnert er sich. Gerade hat Heimhalt eine sechsmonatige Pause eingelegt, hat bei Globetrotter in Hamburg gejobbt, um sich wieder auf den Weg machen zu können. Und, was für ein Glück, diesmal startet er nicht allein:

Thailand statt Marokko

An seiner Seite fährt Michelle, genannt Mica, mit. Die 27-jährige Brasilianerin - eigentlich auf Europatour von Norwegen mit dem Fernziel Marokko - hatte ein Problem mit ihrem Rad, schaute bei Globetrotter in Hamburg-Barmbek vorbei, lernte Tobias kennen und fuhr erst einmal nicht weiter. Wo die Liebe hinfällt, seit dreieinhalb Monaten sind sie ein Paar, Mica ist gleich bei Tobias eingezogen.

STO_TOBIAS_HEIMHALT_Mica_300x200Tobias Heimhalt und Freundin Mica.

Mit dem Flieger von Hamburg aus gestartet, sind die beiden mittlerweile in Pai angekommen. Das liegt 130 Kilometer von Chiang Mai entfernt in Thailand. Hier hat Tobias Heimhalt sein Fahrrad untergestellt. „Hier habe ich aufgehört, Rad zu fahren, ich hatte einfach kein Geld mehr.“ Von hier aus will das Paar durchstarten. Und nutzt nicht nur das Rad als Fortbewegungsmittel. Ein Faltkanu haben sie per Luftfracht vorausgeschickt, mit dem wollen sie auf dem Wasser bis nach Laos reisen. Und dann weiter, immer weiter, bis sie in Neuseeland landen, irgendwann.

Weltoffenheit gelernt

„Das Besondere, mit dem Rad unterwegs zu sein, ist der unwahrscheinlich nahe Kontakt zu den Menschen“, geht Heimhalt in die Vergangenheit zurück, erinnert sich an die Begegnungen mit den Menschen in den vielen Länder, die er schon bereist hat. Er sei mit allen Sinnen im Land, in den Landschaften, bei den Menschen. „Ich bin weltoffener geworden, es fällt mir leichter, mit allen verschiedenen Arten von Menschen zu sprechen.“ Die Sprache, die jeder dabei spricht und versteht, ist die Sprache der Hände und Füße. „In 90 Prozent der Fälle kommunizieren wir so.“ Egal ob in der Türkei, im Iran, in Turkmenistan, in China oder Südostasien. Und auch jetzt wird es wieder so sein, auf der Reise nach Laos mit dem Kanu.

STO_TOBIAS_HEIMHALT_Tadschi_300x2002010 radelte Tobias Heimhalt auch durch Tadschikistan.

Neben seiner Freundin Mica als neue Reisebegleitung ist Glücksbär Plov Lachmann wieder mit von der Partie. Über diesen großen Teddybären, „den hat eine schwedische Freundin in Vancouver gefunden und mir als Maskottchen mitgegeben“, kommt immer wieder Kontakt zustande. Kinder und Frauen reagierten entzückt, selbst Männer nutzten den Bären als „Türöffner“, um mit dem Oldesloer ins Gespräch zu kommen.

Benannt nach einem Eintopf

Getauft auf den Namen Plov Lachmann hat Heimhalt den Bären erst in Tadschikistan. „Eigentlich gibt es da nichts zu essen außer die beiden Gerichte Plov und Lachmann“, so Tobias Heimhalt. Diese Art Eintöpfe hätten ihn satt gemacht und fit für die Wasserrad 2010-Tour gehalten. Plov Lachmann soll später Held eines Kinderbuches werden - ein Erzählbär als Weltenbummler. Irgendwann, wenn Heimhalt wieder deutschen Boden unter den Füßen hat. Wann das sein wird, steht in den Sternen. Denn, wenn Heimhalt und seine Freundin Mica in Neuseeland gelandet sind, können sie dort Geld verdienen - „work and travel“ heißt es dann. (Text und Kerstin Kuhlmann-Schultz, Foto: kks)

STO_TOBIAS_HEIMHALT_Usbek_300x192Reisen bildet, macht weltoffen, bringt Geld für Trinkwasserprojekte und führt immer wieder zu netten Begegnungen wie hier in Usbekistan.

 

Wasserrad 2010 nennt Tobias Heimhalt seine Tour. Zu seiner ersten großen Etappe ist der gebürtige Oldesloer am 22. März 2010, dem Tag des Wassers, in Hamburg gestartet. Über 15 Länder hat der 23-Jährige bereist.


Viva con Agua de Sankt Pauli ist eine Trinkwasserinitiative aus Hamburg, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Wasserprojekte der Welthungerhilfe in aller Welt zu verwirklichen, um Menschen einen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Unterstützt wurden bisher viele Brunnenbauprojekte unter anderem in Afrika.

Jeder Mensch kann sich für Viva con Agua engagieren. Heimhalt ist unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. zu erreichen oder auch über www.wasserrad2010.de

Über 3000 Euro sind bisher durch Heimhalts Aktion eingegangen. Wer seinen Tritt in die Pedale für sauberes Trinkwasser unterstützen möchte: Viva con Agua, Kontonummer: 1268 135 181, BLZ 200 505 50, Stichwort Wasserrad 2010.
 

17.01.2012, PK

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